Stand: 18. Oktober 2026 · Von Lukas Heining, Co-Founder und CEO von Pro & Me
Kurz gesagt: Shortform Vertical Video sind kurze Videos im Hochformat 9:16, gemacht für den Feed auf dem Smartphone, vor allem auf TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts. Für Unternehmen funktioniert es, wenn die Plattform zum Ziel passt und der Content in festen Formaten mit fester Frequenz entsteht, statt als einzelne Videos.
Definition
Shortform Vertical Video bezeichnet kurze Videos im Format 9:16, gemacht für das Ansehen auf dem Smartphone im vertikalen Feed. Sie leben von einem starken Einstieg, einer klaren Aussage pro Video und einer Erzählweise, die zur jeweiligen Plattform passt.
Der Begriff grenzt sich von zwei Dingen ab:
| Shortform Vertical Video | Klassischer Imagefilm | Long-Form auf YouTube | |
|---|---|---|---|
| Format | 9:16, hochkant | meist 16:9, quer | meist 16:9, quer |
| Länge | kurz | mittel bis lang | lang |
| Entdeckung | Feed, nach Interesse verteilt | Website, Events, Kampagnen | Suche und Empfehlungen |
| Aufbau | Einstieg in den ersten Sekunden, ein Gedanke | Dramaturgie über die ganze Länge | Erklärung in der Tiefe |
| Produktion | Serie, viele Videos aus einem Drehtag | Einzelstück | Einzelstück oder Reihe |
Wichtig: Ein Imagefilm, den jemand hochkant umschneidet, ist noch kein Shortform Vertical Video. Er wirkt im Feed wie Werbung, und die Leute wischen weiter.
Die Grundlagen von 9:16
Hochformat von Anfang an: Plane Bildausschnitt, Schrift und Grafiken für 9:16, schon beim Skript und beim Dreh. Nachträglich zugeschnittene Querformate verlieren fast immer.
Der Einstieg entscheidet. Im Feed entscheiden Leute in den ersten Sekunden, ob sie bleiben. Das erste Bild und der erste Satz müssen zeigen, worum es geht.
Ein Gedanke pro Video: Lieber drei Videos mit je einer klaren Aussage als ein Video mit drei Aussagen.
Untertitel gehören dazu. Viele schauen ohne Ton. Untertitel sind deshalb Teil der Produktion und kein Extra.
Plattform-Erzählweise annehmen: Jede Plattform hat ihre eigene Logik. Denselben Clip dreimal auszuspielen, verschenkt Reichweite.
Welche Plattform zu welchem Ziel passt
Die Plattformfrage ist eine Zielfrage, erst danach eine Kreativfrage. So empfehlen wir es Unternehmen:
| Ziel | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Bekanntheit in einer neuen Zielgruppe | TikTok | Verteilung nach Interesse, nicht nach Followern. Auch ein neuer Kanal kann Reichweite aufbauen. |
| Vertrauen und Kaufvorbereitung | YouTube | Längere Formate erlauben Erklärung, die Suche macht Inhalte über Jahre auffindbar. |
| Markenpflege und Bestandskunden | Belohnt Konsistenz. Hier schlagen Leute eine Marke nach, nachdem sie sie woanders entdeckt haben. | |
| Recruiting | TikTok und Instagram, regional über Anzeigen | TikTok für Aufmerksamkeit, Instagram zur Vertiefung. |
LinkedIn ergänzt das Bild für B2B-Themen und Employer Branding. Wie sich Reels und TikTok im Detail unterscheiden, steht in unserem Vergleich Reels vs. TikTok.
Faustregel: Lieber eine Plattform ernsthaft als drei halbherzig. Ernsthaft heißt mindestens sechs Monate, mindestens zwei Formate und eine feste Frequenz. Danach weitet ihr mit Daten begründet aus.
So planen Unternehmen Shortform Vertical Video
1. Mit einem Audit starten
Bevor du Plattformen und Formate festlegst, schau dir den Ist-Stand an: Welche Kanäle gibt es, welche Formate, welche Frequenz? Wer produziert, wer gibt frei? Und welche Kennzahlen zählen im Reporting deines Unternehmens wirklich?
2. Ziele und Kennzahlen festlegen
Vereinbart zwei bis vier Kennzahlen, die auf das Geschäftsziel einzahlen. Reichweite allein ist kein Erfolg. Je nach Ziel zählen etwa Bekanntheit in einer Altersgruppe, Bewerbungen, Suchvolumen oder Abverkauf.
3. Formate entwickeln statt Einzelvideos
Ein Format ist eine wiederkehrende Serie mit erkennbarem Aufbau. Das Publikum erkennt sie nach ein paar Folgen wieder, und dein Team kann sie planbar produzieren. Startet mit mindestens zwei Formaten.
4. An festen Drehtagen produzieren
Shortform Vertical Video lebt von Menge und Regelmäßigkeit. Einzelne Drehs für einzelne Videos sind teuer und langsam. Besser sind feste Drehtage, an denen Material für mehrere Wochen entsteht.
Was dabei hilft:
- Skripte vor dem Drehtag fertig und freigegeben
- Teleprompter, wenn Mitarbeitende Text sprechen
- zusätzliche Takes und B-Roll sammeln, daraus entstehen später weitere Videos
- das Material über mehrere Monate verteilen, statt alles auf einmal zu posten
- einen Nachdreh-Termin gleich mitplanen
5. Freigaben vor dem ersten Video klären
In größeren Unternehmen bremst selten die Kreation. Meist bremst die Freigabe. Klärt beim Start, wer Skripte und Videos freigibt, bis wann Feedback kommt und welche Themen eine Extra-Prüfung brauchen. Ausführlich: Freigabeprozess für Social Media.
6. Monatlich auswerten und ausbauen
Wertet jeden Monat gegen die vereinbarten Ziele aus. Was funktioniert, baut ihr aus. Was nicht funktioniert, stoppt ihr. Legt dabei Postingzeitraum und Auswertungszeitraum vorher fest, damit die Zahlen vergleichbar bleiben.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Vertical Video und Shortform Vertical Video?
Vertical Video beschreibt nur das Hochformat. Shortform Vertical Video meint kurze Hochformat-Videos für den Feed, also die Logik von TikTok, Reels und Shorts.
Können wir dasselbe Video auf TikTok, Instagram und YouTube posten?
Technisch ja, strategisch meist nicht. Jede Plattform hat ihre eigene Erzählweise und ihr eigenes Publikum. Plant pro Plattform passende Varianten.
Funktioniert Shortform Vertical Video auch für erklärungsbedürftige Produkte?
Ja, wenn du bei einem Problem oder einer Frage deiner Zielgruppe ansetzt und nicht beim Produkt. Wie das geht, zeigt unser Artikel Unser Produkt ist zu langweilig für TikTok?
Inhouse produzieren oder mit einer Agentur?
Oft funktioniert eine Mischung: Strategie, Formatentwicklung und aufwendige Produktion extern, Alltagsproduktion intern. Für den internen Aufbau gibt es bei Pro & Me die Inhouse-Academy.
Ab welchem Budget lohnt sich eine Agentur für Vertical Video?
Bei Pro & Me lohnt sich eine laufende Zusammenarbeit ab einem fünfstelligen Jahresbudget pro Plattform. Für kleinere Budgets empfehlen wir einen Workshop der Inhouse-Academy, mit dem dein Team selbst startet.
Über Pro & Me
Pro & Me ist eine Social-Media-Agentur aus Berlin und TikTok Premium Partner. Seit 2019 entwickeln wir Strategie und produzieren Shortform Vertical Video für TikTok, Instagram, YouTube und LinkedIn: von Konzept und Skript über Dreh, Schnitt und Motion bis zu den Untertiteln, an festen Drehtagen und mit festem Team. Mit uns arbeiten unter anderem EDEKA Südwest, CEWE, DATEV und freenet. Auch Tchibo und Jägermeister haben mit uns gearbeitet.
Für Gerolsteiner haben wir die Kampagne „7A für den Wald“ umgesetzt. Sie gewann 2025 Bronze beim Deutschen Digital Award in der Kategorie Social Short Video und den 1. Platz der Special Mention Nachhaltigkeit beim 9:16 Award. Mehr Arbeiten findest du unter Projekte.
Mehr dazu:
- TikTok-Agentur auswählen: 8 Kriterien
- Employer Branding auf TikTok
- Freigabeprozess für Social Media
- Unser Produkt ist zu langweilig für TikTok?
Nächster Schritt: Frag ein 45-Minuten-Erstgespräch an. Wir schauen gemeinsam, welche Plattform zu deinem Ziel passt und mit welchen Formaten du startest.